Waren es im vergangenen Jahr noch drei, so erhielten diesmal gleich sieben Jungtalente des KSV die Berufung  in die südbadische Mannschaft. Die meisten im Freistil in Eppelborn im Saarland - neben den "älteren Hasen" David Brenn, Lucas Moosmann und Jonas Schondelmaier der Neuling Robin Moosmann. Im griechisch-römischen Stil in Birkenau im Odenwald waren Jakob Moosmann, Georgios Scarpello und Lukas Brenn zum ersten Mal dabei. Mit Doppel-Gold, einer Bronzemedaille und weiteren guten Platzierungen unterstrich der KSV Tennenbronn seine Spitzenrolle in der Nachwuchsförderung.
Die Medaillengewinner des KSV bei den deutschen A-Jugendmeisterschaften: von links Jonas Schondelmaier, David Brenn (beide Gold) und Georgios Scarpello (Bronze).

Die Tennenbronner Hoffnungen ruhten auf David Brenn, dass er nach Gold in 2015 und Bronze in 2016 erneut einen Medaillenrang erreicht. 2015 war er noch zwei Klassen leichter, diesmal konnte David aber das Vorjahresgewicht von 58 kg halten. Es ist eine der zahlenmäßig stärksten Gewichtsklassen und der Weg zum Finale war von starken Konkurrenten gesäumt. Purya Jamali-Esmaeili-Kandi aus Aachen forderte David Brenn im Kampf am Freitagabend schon die ganze Leistung zum 9 : 4-Punktsieg ab. Der Auftakt am Samstag war beim 16 : 0 gegen Wladimir Winter aus Mainz noch leichter, doch danach folgte mit Eric Schweter aus Unterelchingen wieder ein harter Brocken und ein knapper 3:2-Punktsieg sicherte das Weiterkommen für den Tennenbronner. Mit 7:0 wurde auch der nächste Kampf gegen Maximilian Tröndlin aus Weitenau-Wieslet erfolgreich absolviert. Der Vorjahresdritte bis 54 kg Hassan Ismail wurde zum Stolperstein für David Brenn und das große Finale schien nach einer 4:5-Niederlage verpasst. Da der Jenaer aber ebenfalls mit einer Niederlage gegen Purya Jamali-Esmaeili-Kandi belastet war und David Brenn diesen besiegt hatte, war er am Ende doch der Poolsieger. Im Finale gegen Tim Hamann aus Lugau, Landesverband Sachsen, spielte David Brenn seine Erfahrung aus vielen Meisterschaften perfekt aus und gewann mit 7 : 2 Punkten die Goldmedaille und den deutschen A-Jugendmeistertitel 2017.

Bis 85 kg strebte Jonas Schondelmaier nach dem ersten A-Jugend-Edelmetall, nachdem er wegen einer Verletzung seine vorjährige Nominierung nicht annehmen konnte. Der Auftakt führte ihn gleich gegen den südbadischen Mannschaftskollegen Denis Würger aus Weitenau-Wieslet, den er aus vielen Schülerkämpfen als einen ebenbürtigen Gegner kannte. Mit einem knappen 2:1-Sieg setzte sich Jonas durch und gewann stark an Selbstvertrauen. Den nächsten Poolgegner Dennis Wolf aus Schwäbisch Hall besiegte er nach einem Rückstand durch mutige Aktionen kurz vor Ende des Kampfes mit 7:4 und im Anschluss daran auch den Mitfavoriten Johannes Maier aus Kelheim mit 4:1 Punkten. Genau so abgeklärt ließ Jonas Schondelmaier seinen Finalgegner Jakob Kämper aus Aldenhoven/NRW mit 3:1 Punkten abblitzen und durfte sich damit ebenfalls die Goldmedaille umhängen lassen.

Bis 42 kg erreichte Lucas Moosmann den guten 5. Platz. Er hatte das Pech, mit den beiden stärksten Vertretern Julien Zinser aus Schifferstadt und Mike Sell aus Gailbach in einen Pool gelost zu werden. Diesen beiden schlugen alle übrigen Teilnehmer überlegen. Lucas Moosmann konnte gegen Stefan Moser aus Schorndorf und Paul Bruckert aus Östringen klar gewinnen und im Finale um Platz 5 setzte er sich auch gegen Zachary Schmatloch aus Halle mit 4:2 Punkten durch. Wie David Brenn war auch Robin Moosmann in der Gewichtsklasse bis 58 kg vertreten und kam auf den 12. Platz. Nach einem 15:0 gegen Tugkagan Öztürk aus Witten warteten mit den späteren Zweit- und Viertplatzierten Tim Hamann und Besir Mirza Alan zwei Topleute, die Robin früh aus dem Rennen warfen.

Im griechisch-römischen Stil durfte sich Georgios Scarpello über die Bronzemedaille in der Klasse bis 46 kg freuen. In seinem ersten Jahr als A-Jugendlicher war er aber trotzdem nur hauchdünn an einem noch größeren Triumph vorbei geschrammt. Gegner und Freunde sahen in Georgios den besten Ringer dieser Klasse und seine einzige verhängnisvolle Niederlage als Folge von falschen Wertungen. Mit 10:6 Punkten gewann Georgios bereits im ersten Kampf gegen Andreas Zenger aus Witten, der am Ende aber trotzdem eine Stufe höher auf dem Treppchen stehen durfte. Mit 7:3 gegen Christian Hubert aus Lahr und 18:0 gegen Florian Bohn aus Weilimdorf ging die Erfolgswelle weiter. Dann kam der Patzer und eine knappe 6:7-Punktniederlage gegen Jan Fischer aus Mömbris-Königshofen kostete den Poolsieg. Das kleine Finale um Bronze gewann Georgios Scarpello gegen den Berliner James Schreiner klar mit 10:0 Punkten. Sein Bezwinger kam in dem kuriosen Verlauf übrigens nur auf Rang fünf.   

In die "Königsklasse" bis 58 kg mit 28 Teilnehmern hatte sich Lukas Brenn einsortiert. Er startete mit zwei Punktsiegen gegen Luca Taibi aus Hüttigweiler und Cihan Atici aus Hürth, verlor dann aber unglücklich mit 4:6 Punkten gegen Marco Stoll, ebenfalls aus Hürth. Diese Niederlage schmerzte, da gleich darauf der große Favorit und spätere Meister Maximilian Simon aus Weisswasser in Sachsen wartete. Lukas Brenn war einer seiner stärksten Gegner, musste sich aber trotzdem mit 6:10 Punkten geschlagen geben und schied auf dem 9. Platz aus dem Turnier aus.  

Jakob Moosmann erreichte in der Klasse bis 42 kg den 5. Rang durch einen Schultersieg gegen Samuel Moosmann vom AV Sulgen. Zuvor hatte er gegen Jannik Buchheimer aus Schaafheim und Paul Tschersich aus Plauen zweimal mit 0:10 verloren.

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Siegerehrung David Brenn


Alle KSV-Teilnehmer bei den deutschen A-Jugendmeisterschaften 2017: von links Jonas Schondelmaier, David Brenn, Lukas Brenn, Jakob Moosmann, Robin Moosmann, Georgios Scarpello, vorne Lucas Moosmann