Sportlich neuen Zenit erreicht
Jahreshauptversammlung des Kraftsportvereins

Bei der Hauptversammlung 2017 glaubten viele im KSV, dass die Rahmenbedingungen schlecht seien für den Erhalt der damaligen Erfolgsmeldungen. Es kam jedoch anders. Insbesondere die Jugend brachte immer neue Triumpfe nach Hause und überraschte selbst den Trainer mit ihrer Stärke in der Männerwelt der Regionalliga. Eine insgesamt "heile Ringerwelt" stellte Vorstand Jürgen Götz in unserer Region fest, die sich über hohe Zuschauerzahlen und eine gute Medienpräsenz freuen darf.   

Auch die Jahreshauptversammlung 2018 am 2. März im Gasthaus im Gasthaus Löwen war gut besucht und wurde wie üblich mit dem Gedenken an die im abgelaufenen Vereinsjahr verstorbenen Mitglieder eröffnet. Es waren aus dem Kreis der Ehrenmitglieder mit über 40 Jahren Zugehörigkeit Helmut Broghammer, Willi Dertmann, Alfred Schubert und Jakob Aberle. Mit Karl-Heinz Moosmann und Martin Broghammer verlor der Verein aber auch zwei jüngere Angehörige.
Ehrung verdienter Mitglieder (von links Vorstand Jürgen Götz, Ulrike Storz, Günter Pfaff, Jürgen Silberhorn, Stefan Jäger (25 Jahre Mitglied) und Grimwald Götz (40 Jahre Mitglied). Nicht persönlich anwesend waren Cornelia Flaig, Sonja Fleig (jeweils 25 Jahre Mitglied), Georg Jäckle und Anton Moosmann (jeweils 40 Jahre Mitglied).


Seit 2010 ist die Schülermannschaft des KSV Tennenbronn ohne Unterbrechung Meister der höchsten südbadischen Jugendliga. Diese Truppe entwächst dem Schülerbereich und führt ihren Erfolgsweg in den Jugendklassen fort. Deutsche Meister 2017 wurden Thomas Eckhardt, David Brenn und Jonas Schondelmaier. Daneben gab es zweite Plätze durch Julian Götz, Mathias Schondelmaier und Sina Moosmann - gleichzeitig die erste "weibliche" DM-Medaille in der Vereinsgeschichte. Bronze holten Leon Schetterer, Georgios Scarpello und Timo Moosmann. Vierzehn DM-Teilnehmer kamen 2017 aus Tennenbronn und neun davon schafften es aufs Podest. Bei den deutschen B-Jugendmeisterschaften 2017 holten die Teilnehmer des KSV Tennenbronn alleine mehr Punkte als der größte deutsche Landesverband Bayern. Bei der deutschen Jugend-Mannschaftsmeisterschaft wurde das Team mit der Bronzemedaille belohnt.

Auch international sind die jungen Talente des KSV wie nie zuvor unterwegs. Highlight war 2017 die Berufung von David Brenn zu den Europameisterschaften der Kadetten in Sarajevo in Bosnien. Andere Turniere waren oder stehen an in Tschechien, Ukraine, Polen, Russland, Moldawien, Kanada, Rumänien, Serbien, Bosnien, Italien, Frankreich, Österreich. Dabei sicherte sich Georgios Scarpello im April 2017 den Titel des italienischen Schülermeisters und wurde vor drei Wochen im Februar 2018 auch italienischer Jugendmeister. Er und Lukas Brenn kämpfen demnächst in Tschechien um die Qualifikation zur Kadetten-EM 2018, auch Leon Schetterer hat noch Aussichten durch einen im Januar errungenen Sieg bei einem internationalen Turnier in Charkow in der Ukraine.  

Aktiventrainer Mathias Brenn hob hervor, dass die jungen Eigengewächse die leichten Gewichtsklassen der Regionalligamannschaft über seine Erwartungen gut ausfüllten. Motiviert durch ihre Vorbilder Fabian Reiner und Timo-Marcel Nagel und die international erfahrenen Dimitar Kumchev, Miroslav Geshev und Florian Neumaier wuchsen sie über sich hinaus und brachten etliche Favoriten in Nöte. In der Mannschaft herrschte ein toller Zusammenhalt - sie war "eine coole Truppe". Die zweite hatte es dagegen extrem schwer in der gerade erst erklommenen Landesliga. Marco Bechtel, Timo Moosmann, Murat Sen, Gabriel Benchea, Ovidiu Hutup und Justin Illik verließen den KSV, Luca Lehmann war beruflich nicht verfügbar und dazu kamen frühe Verletzungen von Matthias Pfaff, Raffael Günter, Peter Lehmann und Jonas Schondelmaier. Die Ausfälle von zusammen mehr als einer kompletten Mannschaft wurden nicht verkraftet und die Folge war ein siegloser Wiederabstieg. Umso mehr zeigte sich, dass die Verpflichtung von Miroslav Geshev und Florian Neumaier wichtig war und dass die Nachwuchssuche über die Grenzen von Tennenbronn hinaus "alternativlos" ist. "Wo sollen die Kinder herkommen, wenn hier nur noch fünf bis zehn Jungs eingeschult werden?", fragte Jürgen Götz. In einer lebhaften Grundsatzdiskussion über die Verpflichtung von fremden Ringern betonte er, dass der KSV nicht mit einem dicken Geldbeutel locke, sondern mit einem attraktiven Umfeld. Die materielle Grundlage ist die Ringerhalle, eine perfekte Übungsstätte. Die Trainer, von Cheftrainer Matthias Brenn über A-Jugendtrainer Fabian Reiner, einem ganzen Team von Schülertrainern bis hin zu den Bambini-Betreuern, leisten unglaublichen Einsatz. Nicht zu vergessen ist auch die Unterstützung und Anerkennung durch zahlreiche Fans, "die fachkundigsten und treuesten weit und breit".

Auf Florian Neumaier muss der KSV in der Mannschaftsrunde 2018 wieder verzichten, da er zurück in die Bundesliga wechselt. "Ein Feuerwerk ist bekanntlich schnell abgebrannt, wenn nicht beständig am Nachwuchs gearbeitet wird, ist so ein Projekt Spitzensport rasch beendet". Auch beim KSV ist dieses Risiko akut, denn es steht ein Neuaufbau der Schülermannschaften an. "Wir haben nicht mehr so viele wie gewohnt und große Erfolge sind eher nicht zu erwarten", so die Prognose von Nachwuchs-Trainer Alexander Hils. Er hat die Zahl der gemeldeten Schülermannschaften bereits von drei auf zwei reduziert.

Das Erscheinungsbild der Sportart Ringen ist leider überregional nicht positiv, beklagte Jürgen Götz. Für dauerhaft negative Schlagzeilen sorgen die Quälereien zwischen dem deutschen Ringerbund und der neugegründeten Profiliga und die unattraktive und wirtschaftlich kritische Ligenstruktur. Letzteres führte auch zu Manipulationen in der Regionalliga, die bei vielen Fans ganz sauer aufgestoßen ist.

Ein Minus von rund 17.000 Euro musste Kassier Werner Hilser für das Jahr 2017 verkünden. Es ist aber erklärbar durch die Beschaffung eines neuen Vereinsbusses und nachträgliche Spesenbuchungen aus dem Vorjahr. Werner Hilser wurde von der Versammlung einstimmig zum neuen 1. Kassier gewählt, nachdem er das Amt bereits ein Jahr kommissarisch inne hatte. Auch andere Positionen wurde ohne Gegenstimme neu vergeben: 2. Vorsitzender und 2. Geschäftsführer bleiben Alexander Fichter und Hans-Ulrich Leusmann. Als Beisitzer kam Mathias Pfaff neu in das Vorstandsgremium. Der Förderverein wählte Raphael Moosmann zum neuen 1. Vorsitzenden, nachdem Gerhard Broghammer nach sechs Jahren nicht mehr kandidierte. Aus dem Hauptverein scheiden Daniel und Frank Fichter als Beisitzer aus und Barbara Moosmann quittierte nach 12 Jahren ihre Leitung im Festausschuss.

Der TOP Mitgliedsbeiträge war am Ende schnell und einstimmig abgehakt, nachdem die Vorstandschaft nach einer Anpassung im Vorjahr die unveränderte Beibehaltung vorschlug.


Die neu gewählten Vorstandsmitglieder: Raphael Moosmann (1. Vorsitzender des Fördervereins), Alexander Fichter (2. Vorsitzender), Matteo Lehmann (Beisitzer), Hans-Ulrich Leusmann (2. Geschäftsführer), Werner Hilser (1. Kassier),  Mathias Pfaff (Beisitzer).