Deutscher Vizemeister oder deutscher Meister? Nur ein einziges Pünktchen fehlte der Jugendmannschaft des KSV Tennenbronn, um den ganz großen Triumpf feiern zu können. Aber der zweite Platz ist für die Jungs kein Grund zum traurig sein, sondern eine Verbesserung um eine Treppchenstufe gegenüber dem Vorjahr:

Das KSV-Jugendteam nach dem erfolgreichen Turnier in Neuss mit Betreuern und dem Jugendreferenten des DRB Klaus Blank (ganz rechts).

Zehn Mannschaften kämpften am Freitag und Samstag, den 1. und 2. Juni in Neuss um den deutschen Meistertitel. Tennenbronns Ringerjugend zählte nach dem dritten Platz im Vorjahr zu den aussichtsreichen Teams, da nur wenig Veränderungen in der Besetzung erfolgen mussten. Gestartet wurde mit einem motivierenden Sieg mit 18 : 14 Punkten gegen den saarländischen Vertreter Hüttigweiler. Erfolgreich waren Thomas Eckhardt (2 Punkte), Sven Herrmann, Eduard Jung, David Brenn und Jonas Schondelmaier (je 4 Punkte). Hüttigweiler gewann ebenfalls fünf Einzelkämpfe, aber nicht mit der gleichen hohen Punktzahl. Im Pool erwies sich der nächste Gegner Mülheim am Rhein als härtester Konkurrent. Wieder holte jede Mannschaft fünf Einzelsiege, aber diesmal war auch der Endstand ausgeglichen mit 15 : 15 Punkten. Tennenbronn konnte zwei Schultersiege durch Leon Schetterer und Eduard Jung aufweisen und diese waren dann maßgebend für den Sieg gegen Mülheim. Weitere Punkte für den KSV holten Jens Staiger, David Brenn (je 3) und Jonas Schondelmaier (1).

Die beiden nächsten Poolgegner Ladenburg und Riegelsberg verfügten ebenfalls über starke Einzelringer, aber nicht über die hohe mannschaftliche Geschlossenheit. So gewann Tennenbronn gegen Ladenburg hoch mit 25 : 6 Punkten, erzielt durch Sven Herrmann, Leon Schetterer, Mathias Schondelmaier, Robin Moosmann, Jonas Schondelmaier (je 4), David Brenn (3) und Frederik Mrokon (2 Punkte). Riegelsberg wurde mit 27 : 5 ebenso klar besiegt, die Punkte dazu holten Thomas Eckhardt (2), Leon Schetterer (1), Eduard Jung, Jens Staiger, David Brenn, Lukas Brenn, Robin Moosmann und Jonas Schondelmaier (je 4).

Im zweiten Pool hatte sich das Team des Gastgebers Konkordia Neuss klar durchgesetzt und so kam es zu einem weiteren Aufeinandertreffen mit Tennenbronn im Finale um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft. 2016 war Tennenbronn der Gastgeber und behielt den Titel zu Hause - diesmal jubelten wieder die Heimringer aus Neuss. Doch wie knapp und spannend es dabei zuging, ist einzigartig. David Brenn sorgte mit einem Schultersieg gegen Ayub Musaev sechs Sekunden vor Schluss für den Tennenbronner Ausgleich zum 15 : 15. Diesmal reichte das aber nicht für den Sieg, denn Neuss konnte 6 : 4 Einzelsiege verbuchen und diese stehen im Regularium vor der Zahl der Schultersiege. Für den KSV erfolgreich war  Leon Schetterer, der den deutschen Greco A-Jugendmeister Albert Nakaev im Freistil mit 12 : 1 Punkten abfertigte. Großartig setzte sich Robin Moosmann gegen Nikita Lejkin in Szene, den er trotz Gewichtsnachteil überlegen auspunktete. Den vierten Einzelsieg erhielt Frederik Mrokon kampflos, da Neuss keinen Ringer stellte. Durch starkes dagegenhalten wurde verhindert, dass Neuss nach Gesamtpunkten davonzog. Eduard Jung rettete gegen Mairbek Salimov beim 8 : 16 einen Punkt, Mathias Schondelmaier zog mit 5 : 7 gegen Ibrahim Deziev nur knapp den kürzeren und noch enger war die 1 : 2 -Niederlage von Lukas Brenn gegen den deutschen Meister Samuel Bellscheidt. Da hätte schon ein kleiner Glücksmoment den Meister ändern können.

Die drei Medaillengewinner Neuss, Tennenbronn und Mülheim blieben alle ohne wirkliche Niederlage, also im Prinzip unbesiegt. Die Kämpfe untereinander endeten beide 15:15 und erst nachrangige Kriterien entschieden über den Gewinner. Das zeigt, wie dicht die Leistungsstärke beieinander liegt und wie folgenreich kleine Patzer sein können. Tennenbronn überzeugte einmal mehr als Team, in dem jeder für jeden kämpft und Fehler ausgebügelt werden. Dazu tragen auch ein Stab von Betreuern und mitgereiste Eltern bei, die sich um die jungen Sportler kümmern und sie anfeuern. Der besondere Spirit wurde in Neuss wieder deutlich sichtbar und die Sympathie vieler fremder Gäste lag bei den KSV-Jungs.