Immer Vollgas gegeben

"Unser Ziel kann in der neuen Saison nur der Klassenerhalt sein, und das ist absolut kein Understatement", sagte Mathias Brenn, Trainer beim KSV Tennenbronn zu Beginn der Regionalligarunde 2018. Wie recht er damit hatte zeigt sich in der Abschlusstabelle, die ein total anderes Bild zeigt als noch ein Jahr zuvor. Mannschaften, die sich damals gegen den Aufstieg wehrten, finden sich diesmal am Tabellenende. Tennenbronn bildete eine Ausnahme und setzte sich frühzeitig in der Mitte fest. Mit einem Mix aus Erfahrung und jugendlichem Elan stellte der KSV ein Team, das seine Fans begeistern und sich immer neu motivieren konnte. Dass die Truppe bis kurz vor dem Ende von Verletzungen verschont blieb trug wesentlich zum Saisonerfolg bei.

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Volle Ränge und beste Stimmung bei den Kämpfen des KSV Tennenbronn

Mit einem Transparent dankte die Mannschaft den  Fans für den Besuch und die Unterstützung.

Immer Vollgas geben und mit 100% Konzentration dabei - das führte die Mannschaft des KSV zu Siegen auch bei fast aussichtslos stark besetzten Gegnern. Mehrfach machte nur ein einziger Punkt, der mit bombastischem Einsatz geholt oder verhindert wurde, den Unterschied. Mit der unglaublichen Publikums-Unterstützung in der heimischen Sporthalle und auch bei den drei auswärtigen Lokalderbys wurden neun von zwölf Kämpfen gewonnen. Insgesamt kamen neunzehn Ringer in der ersten Mannschaft zum Einsatz, aber nur Fabian Reiner absolvierte alle achtzehn Kämpfe. Mit siebzehn Siegen und nur einer Niederlage, resultierend aus einem Ausflug in eine höhere Gewichtsklasse, erkämpfte er sagenhafte 56 : 2 Mannschaftspunkte. Kein Wunder, dass Fabian Reiner zum wiederholten Male zum "Ringer des Jahres" gewählt wurde. Die schien ihm fast peinlich - in seinem Dank an die Fans hob er hervor, dass auch andere für ihre Leistung Lob verdient haben und dass er sich nächstes Jahr "nicht mehr zur Wahl stelle". Auf den Plätzen Zwei und Drei folgten Timo-Marcel Nagel und David Brenn, was auch der Reihenfolge der besten Punktesammler entspricht. Dass die Fans aber nicht nur nach Siegen urteilen zeigte sich darin, dass Lukas Brenn exakt die gleiche Stimmenzahl wie sein Bruder David erhielt. Als Jugendringer in einer mittleren Gewichtsklasse der Regionalliga bewies er mit einer positiven Punktebilanz sein herausragendes Talent und darf sich zurecht den dritten Platz teilen.

Die Ringer des Jahres: von links Timo-Marcel Nagel, David Brenn, Fabian Reiner, Lukas Brenn

Unverzichtbar in der Regionalligamannschaft ist die auswärtige Verstärkung durch Dimitar Kumchev und Miroslav Geshev. Die beiden Routiniers gewannen gegen stärkste Konkurrenz den überwiegenden Teil ihrer Kämpfe und hielten bei Niederlagen die Verluste in Grenzen. Letzteres gilt auch für viele Ringer mit einer negativen Bilanz, insbesondere für die jungen noch aufstrebenden Talente. Ihr Potential für den KSV wird sich in den nächsten Jahren erst richtig zeigen.

Mit 21 : 15 Punkten liegt Tennenbronn auf dem 4. Tabellenplatz hinter Meister Reilingen/Hockenheim, Schorndorf und Schriesheim. Noch mit positivem Verhältnis folgt Viernheim auf Rang 5, danach folgen Hofstetten, Weitenau-Wieslet, Sulgen, Adelhausen II und Aichhalden. Der Abstieg von Aichhalden ist besiegelt und ein bedauerlicher Verlust für die beliebten lokalen Derbys. Ob es weitere Absteiger gibt, wird erst der Ligenmeldung Anfang Februar 2019 mitgeteilt. 

Tennenbronn II etabliert sich in der Bezirksliga

Nach dem Abstieg von der Verbands- in die Bezirksliga ist bei der Reservemannschaft eine spürbar positive Stimmung zurückgekehrt. Auch hier war die Mischung zwischen erfahrenen Athleten und den gerade erst den Schülern entwachsenen Ringern erfolgreich und mit 21 : 11 Punkten wurde der dritte Platz erreicht. Durch massive Aufrüstung holte sich Allensbach unangefochten die Meisterschaft und der noch junge Verein Radolfzell verdiente sich mit eine starken Truppe den zweiten Rang.

Schülermannschaft rettet sich vor dem Abstieg

Nach acht Jahren Höhenflug und Meisterschaft in der Verbandsjugendliga ist die erste Schülermannschaft des KSV Tennenbronn durch altersbedingte Abgänge auf "Normalmaß" geschrumpft. Dass es diesmal ein harter Kampf gegen den Abstieg aus der höchsten Schülerliga werden würde, war allen Verantwortlichen klar und tatsächlich brachte erst der letzte Kampftag die Entscheidung. Mit einem Sieg gegen die Schüler aus Haslach i.K. und dem besseren direkten Vergleich kletterte Tennenbronn auf den sechsten Tabellenplatz und ließ Haslach und Hausen-Zell hinter sich.

Thomas Eckhardt war ein Sieggarant der Tennenbronner Schülermannschaft.

Die zweite Schülermannschaft startete in der Bezirksklasse Schwarzwald-Alb-Bodensee und erreichte ebenfalls den sechsten Tabellenplatz unter neun Konkurrenten.