Vorstand Jürgen Götz begrüßt den strahlenden deutschen Vizemeister Fabian Reiner.
Das Jahr 2010 begann für Fabian Reiner alles andere als Erfolg versprechend. Mitte Januar zog er sich bei der Vorbereitung zu den Einzelmeisterschaften eine böse Schulterverletzung zu. Diese zwang ihn nicht nur zum Verzicht auf die griechisch-römischen Meisterschaften im Bezirk und Land, sondern auch zur Absage einer Einladung des Bundestrainers zu einem internationalen Lehrgang mit der Junioren-Nationalmannschaft im polnischen Radciborz.

 

Als die Nominierung des südbadischen Ringerverbandes auch ohne die sonst übliche Qualifikation bei Landesmeisterschaften folgte, fühlte sich Fabian Reiner noch nicht voll fit und insbesondere bei Abwehr am Boden behindert. Trotzdem bereitete er seinen Einsatz gezielt vor und reduzierte systematisch sein Normalgewicht um fast 10 kg auf die Gewichtsklasse bis 66 kg. Am Freitag, den 26. Februar war diese erste Hürde geschafft und die Reise zum Austragungsort Neuss wurde angetreten. 24 Ringer gingen durch die Gewichtskontrolle bis 66 kg, nur die Klasse bis 74 kg hatte noch einen Starter mehr aufzuweisen. Beim ersten Kampf am Freitag Abend kam Fabian Reiner nicht in die Verlegenheit, sich am Boden verteidigen zu müssen. Sein Gegner David Kraus vom TSV Dewangen hatte keinerlei Chance und musste zweimal überhöht mit 8:0 Punkten die Segel streichen. Voll Selbstvertrauen ging es weiter und mit 4:0 und 8:0 schaltete Fabian Reiner mit Stefan Moosmann aus Sulgen den zweiten württembergischen Vertreter aus. Als stärkster Konkurrent im Pool erwies sich Kevin Mehlhorn vom sächsischen Bundesligaverein RV Thalheim. Als einziger staubte er Fabian Reiner mit 0:1 eine Runde ab. Ebenso knapp glich der Tennenbronner wieder aus und verwies am Ende den Sachsen mit einem zweiten 2:0 auf den zweiten Poolplatz. Tobias Hofmann aus Mömbris-Königshofen flog in der ersten Runde mit 9:0 über die Matten und mit nochmals 1:0 wurde auch er ausgeschaltet. Als Mitfavorit wurde Michael Prill aus Hallbergmoos gehandelt, doch auch er konnte Fabian Reiner nicht mehr aufhalten auf seinem Weg zum Poolsieg. Mit 6:1 und 4:0 Punkten besiegte er den Bayern und hatte am Ende sagenhafte 51 : 2 Punkte in fünf Kämpfen gesammelt.

Das greifbare Gold im Finalkampf gegen Benedict Pauli vom bayerischen SV Untergriesbach blieb dem Tennenbronner aber versagt. Gleich in der ersten Aktion ließ er sich von einem Untergriff überraschen und verbrachte den Rest des Kampfes in der Brücke, die schließlich auch einbrach. „Es war mein Fehler“, sagte Fabian Reiner selbstkritisch, „einige Gegner, die ich besiegt habe, waren wahrscheinlich stärker als mein Finalgegner“. Die deutsche Vizemeisterschaft ist auf jeden Fall ein eindrucksvoller Beweis von der Klasse des jungen Tennenbronner Ringers, der damit als bester südbadischer Ringer abschnitt. Das sah auch der Bundestrainer so und lud Fabian Reiner zu den Qualifikations-Lehrgängen ein für die deutschen Meisterschaften der Männer und für die Europameisterschaften der Junioren.

Gleichzeitig kämpften im hessischen Niedernberg die Freistil-Junioren um Sieg und Platz. Ebenfalls bis 66 kg stand hier Timo-Marcel Nagel in den Reihen der südbadischen Mannschaft. Mit 2:0 und 6:4 besiegte er zum Auftakt Yannik Bernstein aus Großostheim in Hessen. Gegen Kevin Hermann vom SC Johannis Nürnberg geriet Timo-Marcel Nagel in der ersten Runde durch einen Armzug in arge Bedrängnis. Er konnte sich aber befreien und  bei 3:3 Punkten dank der letzten Wertung noch gewinnen. Seine Überlegenheit stellte er mit 6:0 in der zweiten Runde deutlich klar. Der spätere Goldmedaillengewinner Lennard Wickel aus Luckenwalde jedoch war mit 0:2 und 6:4 Punkten stärker und eine weitere Niederlage gegen Benjamin Sezgin aus Aalen warf den Tennenbronner aus dem Rennen. In diesem entscheidenden Kampf konnte Timo-Marcel Nagel die zweite Runde sogar überlegen mit 7:0 für sich verbuchen, war aber zuvor mit 1:4 und danach mit 2:6 Punkten unterlegen. Der 9. Platz unter 25 Teilnehmern ist trotzdem hoch zu bewerten, da der Leistungsunterschied zur Spitze in den meisten Fällen nur hauchdünn war und viele Runden nur mit einem oder zwei technischen Punkten endeten.

Eine große Abordnung des KSV empfing die beiden Aushängeschilder der eigenen Ringerschule am Sonntag Abend mit Böllerschüssen und Glückwünschen. Auch die begleitenden Trainer Matthias Brenn und Volker Faißt erhielten für ihre erfolgreiche Arbeit die würdige Anerkennung.

Vorstand Jürgen Götz begrüßt den strahlenden deutschen Vizemeister Fabian Reiner.

Gruppenbild von links mit Cheftrainer Matthias Brenn, dem deutschen Junioren-Vizemeister griechisch-römisch Fabian Reiner, dem 9. deutschen Juniorenmeister Freistil Timo-Marcel Nagel und KSV-Vorstand Jürgen Götz.