"Es bleibt alles beim Alten" meldete der KSV Tennenbronn zu Beginn der Runde 2019. Der errungene 3. Tabellenplatz in der Regionalliga Baden-Württemberg, der zweithöchsten deutschen Leistungsklasse, zeigt die positive Wirkung des bodenständigen und familiären Umfeldes im Verein. Das gilt innerhalb der Mannschaft genauso wie für die Fans. Eine enge Bindung zu den Ringern sorgte wiederum für volle Ränge in der Sporthalle und für höchste Motivation der Kämpfer auf der Matte.

Die Ringer der ersten und zweiten Mannschaft mit den Vorständen Alexander Fichter (links) und Jürgen Götz. Mit dem 3. Platz in der Regionalliga und der Meisterschaft in der Landesliga haben beide Teams ihre Saisonziele übererfüllt.

Das Erreichte bot allen Grund für eine fröhliche Abschlussfeier mit den Fans.


Trainer Matthias Brenn tat sich schwer mit der Vorhersage dieser Erfolge. "Auf jeden Fall weg von den drei theoretischen Abstiegsplätzen", war seine einzige klare Zielsetzung. "So weit wie möglich vorne landen", war schon ziemlich schwammig formuliert und war der erwarteten großen Ausgeglichenheit der Regionalliga geschuldet. Etliche Vereine hatten sich namhaft verstärkt und bisherige Lücken geschlossen und dazu kamen drei ehrgeizige Aufsteiger. Gleich zum Auftakt bekam dies die Mannschaft beim Neuling KG Baienfurt zu spüren und kehrte mit einer Niederlage heim. Dass die vermeintlichen Verstärkungen nicht überall funktionierten gelangte dem KSV Tennenbronn zum Vorteil. Bei den Gegnern Rheinfelden und Sulgen traten Hochkaräter nicht an oder wurden nachträglich gestrichen, wodurch die beiden zum Favoritenkreis gezählten Teams geschlagen wurden. Leider verletzte sich der neu aktivierte und mit viel Furore gestartete Jens Moosmann schon am vierten Kampftag so schwer, dass er für den Rest nicht mehr zur Verfügung stand. Die weitere Vorrunde verlief trotzdem überwiegend positiv und endete auf dem 5. Tabellenplatz. Allerdings mussten die Fans in kurzer Zeit gleich drei Heimniederlagen gegen Viernheim, Hofstetten und Baienfurt verkraften und kehrten trotzdem jedes Mal zahlreich wieder zurück. Die Rückrunde wurde zum Spiegelbild der Vorrunde und man gewann und verlor gegen die gleichen Gegner. Mit Viernheim und Baienfurt platzierten sich zwei davon vor Tennenbronn, während der zweimalige Bezwinger Hofstetten trotzdem hinter dem KSV mit Platz 4 zufrieden sein musste.

Als Dritter der Bezirksliga 2018 wurde Tennenbronn II in die neu ins Leben gerufene Landesliga Südbaden aufgenommen. Da der Abstieg in die Bezirksliga erst ein Jahr zuvor verkraftet werden musste war man gespannt, wie sich die ehrgeizige, aber noch junge Truppe hier behaupten würde. Die Bedenken wurden schnell zerstreut, denn nach einer Auftaktniederlage gegen Mitaufsteiger Radolfzell gab es in der Vorrunde nur noch Siege. Die Rückrunde begann wieder mit einer Niederlage gegen Radolfzell, aber außer einem Unentschieden wurden danach wieder alle Kämpfe siegreich beendet. Die Bodenseeringer kickten sich am Ende selbst aus dem Rennen um die Meisterschaft, indem sie sich eine Niederlage auf der Matte und zwei weitere am Grünen Tisch wegen eines Aufstellungsfehlers leisteten. Dadurch erlangte Tennenbronn II so viel Vorsprung, dass schon am vorletzten Kampftag die Meisterschaft gefeiert werden durfte. Die Niederlage am letzten Kampftag gegen Hofstetten II hatte keine Bedeutung mehr.

"Ich stimme nicht ab, weil es jeder verdient hätte", meinte ein Fan, der sich nicht entscheiden konnte, wer "Ringer des Jahres 2019" werden sollte. So sah es auch Seriengewinner Fabian Reiner, der seinen Namen von der Liste streichen ließ. Die Wahl fand beim letzten Heimkampf statt und brachte ein enges Ergebnis: Den Pokal durfte erstmalig David Brenn in Empfang nehmen, gefolgt von seinem Bruder Lukas und Timo-Marcel Nagel, die mit exakt gleicher Stimmenzahl auf dem gemeinsamen zweiten Platz landeten. Damit zeigte sich, dass das Publikum nicht unbedingt nach Anzahl der Siege entscheidet, sondern attraktive Kämpfe honoriert, die gerade von den jungen aufstrebenden Athleten geboten wurden. Dabei spielt auch keine Rolle, dass Lukas Brenn eine Vielzahl seiner Kämpfe in der zweiten Mannschaft bestritten hat.

Die Ringer des Jahres: von links Lukas Brenn, David Brenn, Timo-Marcel Nagel.

Nicht wegzudenken in den letzten fünf Jahren war Dimitar Kumchev in der ersten Mannschaft des KSV Tennenbronn. Obwohl noch nicht offiziell bekannt gegeben, spürte doch mancher, dass "Dimi" sich nach dem letzten Heimkampf anders als früher verabschiedete - seine Verbeugungen zu den Fans auf allen vier Mattenseiten sahen nach Abschied aus. Vorstand Alexander Fichter erwähnte daneben auch noch, dass Dimitar Kumchev fortan einen Trainerposten bei der bulgarischen Männer-Nationalmannschaft inne hat. Zwischenzeitlich ist es bestätigt, dass Dimitar Kumchev, der im nächsten April 40 Jahre alt wird, seine Karriere als aktiver Ringer beendet. In seiner Zeit in Tennenbronn hat er sowohl sportlich, als auch mit seiner leutseligen und freundlichen Art sichtbare Spuren hinterlassen. Seine sportlichen Erfolge und auch sein bulgarisches Nationaltrikot sind ihm zu Ehren in der Ringerhalle in Tennenbronn in einer Schautafel präsentiert. Seine internationale Karriere begann im  Jahr 2000 als Dritter der Junioren-Europameisterschaften und führte ihn in den Folgejahren auch im Männerbereich zu Welt- und Europameisterschaften und im schon "reifen Alter" im Jahr 2016 sogar zu den Olympischen Spielen nach Rio de Janeiro. In Diensten des KSV Köllerbach feierte Dimitar Kumchev zwischen 2007 und 2012 dreimal die deutsche und zweimal die deutsche Mannschafts-Vizemeisterschaft. Dimitar Kumchev hinterlässt beim KSV Tennenbronn eine Lücke, die nicht aus den eigenen Reihen geschlossen werden kann und für die es zum jetzigen Zeitpunkt noch keinen Kandidaten gibt.

Dimitar Kumchev beendet seine eigene sportliche Karriere und trainiert die bulgarische Nationalmannschaft.

Schülermannschaft muss sich neu formieren

Ein schweres Jahr hat die erste Schülermannschaft in der Verbandsjugendliga Südbaden hinter sich. Geschwächt durch das Fehlen der fest eingeplanten Geschwister Sahin gelang der Mannschaft nur ein Sieg gegen Hausen-Zell. Nachdem die Wiesentäler ihre Team noch während der laufenden Runde zurückzogen landete Tennenbronn auf dem letzten Platz. Auch die zweite Schülermannschaft musste in der Bezirksklasse viel Lehrgeld zahlen und landete unter neun Teilnehmern auf dem 7. Rang.