Projekt "Zukunft KSV" gestartet

Mit einer Vielzahl von Erfolgsmeldungen waren die Berichte von Vorstand Alexander Fichter und den Bereichs- und Übungsleitern gespickt. So sahen die am Freitag, den 13. März im Gasthaus "Löwen" versammelten Mitglieder des KSV Tennenbronn auch keinen Anlass zur Kritik und winkten die Entlastung ohne Gegenstimmen durch. Auch die anstehenden Neuwahlen wurden im Rekordtempo durchgezogen und erfolgten durchweg einstimmig.

Die geehrten und erstmals gewählten Vereinsmitglieder: v.l. Uwe Herrmann (nach 11 Jahren im Festausschuss verabschiedet) Fritz Wöhrle, Richard Fehrenbach, Roland Hamburger (40 Jahre Vereinsmitglied), Julia Meier, Petra Swientek (neu im Festausschuss), Jürgen Silberhorn (neuer Beisitzer), Tanja Freckmann (neu im Festausschuss), Vorstand Alexander Fichter.

Doch bei all der Genugtuung über das zurückliegende Vereinsjahr 2019 hat der KSV nicht vergessen, sich für die nicht leichter werdende Zukunft zu rüsten. In seinem ersten Jahr als Vorsitzender rief Alexander Fichter dafür das Projekt "Zukunft KSV" ins Leben. Grundlage dafür war eine vereinsinterne Umfrage, aus deren Ergebnis Themengebiete zur Bearbeitung an Arbeitsgruppen verteilt wurden. Seit Herbst 2019 laufen die Sitzungen dazu. Als ein Topthema liegt das Problem der Nachwuchsgewinnung auf dem Tisch, wo Tennenbronn viele Jahre zu Deutschlands führenden Vereinen gehörte, nun aber die fehlende nachkommende Masse dramatisch zu spüren bekommt. So wurde nach der Saison 2019 vom Abstiegsrecht aus der Verbandsjugendliga Gebrauch gemacht und in der neuen Runde 2020 wird der KSV mit nur noch einer Schülermannschaft in der Bezirksliga antreten. Aus dem Nachwuchs im Ort lässt sich das angestrebte Niveau des KSV Tennenbronn nicht mehr erreichen, so dass die Werbung für den Ringkampfsport über die Grenzen hinaus erforderlich ist. Mit vier neuen Trainerlizenzen von Timo-Marcel Nagel, Daniel und Fabian Reiner und Adrian Stockburger hat sich die Ausbildertruppe bereits gerüstet. Leider stoppt das Corona-Virus ihre Aktivität bis auf Weiteres, denn das Training im Verein und den Stützpunkten wurde abgesagt, wie auch die in nächster Zeit geplanten Deutschen Meisterschaften und Turniere.

Im Rückblick gedachte der KSV seiner Verstorbenen des abgelaufenen Vereinsjahrs. Es waren Viktor Haas (seit 1958 Mitglied), Johannes Götz (seit 1949) und Erwin Broghammer (seit 1970 und ehemaliger Geschäftsführer).

Der sportliche Erfolg setzte sich weiter fort. Bei den Deutschen Meisterschaften 2019 stellte Tennenbronn 18 Teilnehmer im Altersbereich B-Jugend bis zu den Aktiven und untermauerte nachhaltig die Zugehörigkeit zur Deutschen Spitze. Davon erkämpften sich acht Sportlerinnen und Sportler eine Medaille, davon 1 x Gold, 3 x Silber und 4 x Bronze.

Mit der Jugendmannschaft wurde bei der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft ein toller vierter Platz erreicht und eine Medaille nur knapp verfehlt. Besonders erwähnte der Vorsitzende den Goldgewinner Leon Schetterer, dem eine Verletzung die Teilnahme an den Europameisterschaften kostete. Neuerdings könnte es das Corona-Virus sein und das wäre einfach unglaublich viel Pech für den jungen motivierten Sportler. Ein Highlight in seiner langen Ringerkarriere setzte Fabian Reiner mit seiner dritten Medaille im Aktivenbereich. Auf der Tennenbronner Ringermatte nie sichtbar, aber national und international überaus erfolgreich unterwegs ist Sina Moosmann, die einzige "Ringer-Amazone" des KSV. Sie konnte sich über ihre dritte Silbermedaille bei deutschen Meisterschaften freuen.

Die Mannschaftsrunde war wieder von herausragenden sportlichen Erfolgen und Leistungen geprägt. Die Weiterentwicklung der Nachwuchskräfte war deutlich erkennbar und schlug sich in den Platzierungen der beiden aktiven Mannschaften nieder. So sicherte sich die erste Mannschaft den tollen 3. Platz in Regionalliga Baden-Württemberg und die Zweite überraschend sogar die Meisterschaft in der Landesliga Südbaden. Garanten dafür waren die mannschaftliche Geschlossenheit und eine herausragende Fitness, aber auch eine professionelle Einstellung der Sportler durch Trainer Mathias Brenn und ein sachkundiges Umfeld mit Mannschaftführer Karsten Fichter und vielen weiteren Helfern. Die Heimstärke des KSV ist bei vielen Gegnern gefürchtet und ein entscheidender Erfolgsfaktor. Die lautstarke Unterstützung durch die zahlreichen Fans wird von den Sportlern sehr geschätzt und findet höchste Anerkennung.

Aus den eigenen Reihen kann der KSV derzeit die schweren Gewichtsklassen nicht besetzen. Nach dem Karriere-Ende von Dimitar Kumchev und der Rückkehr von Maximilian Mond zu seinem Heimatverein läuft die Suche nach externer Verstärkung, es konnte aber noch kein Ergebnis vermeldet werden. Weiter wurde bekannt, dass mit Thomas Eckhardt eines der hoffnungsvollsten Nachwuchstalente den KSV Tennenbronn verlassen wird und zum künftigen Ligakonkurrenten KSV Gottmadingen wechselt.

Mit Sven Hilser besitzt der KSV einen sehr aktiven und rührigen Kampfrichter. Sein Sportjahr 2019 war mit 49 Einsätzen voll gefüllt und führte ihn auf nationale und internationale Matten. Am 16.04.2019 wurde Sven Hilser in den Kampfrichterausschuss des SBRV gewählt und vertritt dabei die Interessen der jungen Kampfrichter. Dagegen musste Helmut Baur seine langjährige Kampfrichterlaufbahn aufgrund einer schweren Erkrankung beenden und ein Nachfolger konnte bisher nicht gefunden werden.

Der von Kassier Werner Hilser vorgetragene Finanzbericht des KSV weist im vergangenen Jahr ein Minus von rund 3.000 Euro auf. Das ist kein Beinbruch, sollte sich aber natürlich auch wieder zum Positiven wenden. Eine neue Einkommens-Chance konnte der Vorsitzende des Fördervereins vermelden, der mit einer Event-Agentur die Bewirtung des Festivals "Summersound VS" vereinbart hat. Bleibt zu hoffen, dass das Corona-Virus die im August 2020 geplante 3-tägige Veranstaltung nicht noch zunichte macht.

Ortschaftsrat Wolfgang Haberstroh überbrachte die Grüße der Stadt und der Ortsverwaltung und durfte gleichzeitig auch Lob und Dank der Vereinsführung für die prima Zusammenarbeit und finanzielle Unterstützung entgegen nehmen. Haberstroh ist als Vereinsmitglied und ehemaliger aktiver Ringer mit dem Geschehen beim KSV vertraut und freute sich, "dass die Rädchen so schön ineinander greifen". Er betonte, dass die Gemeinde nicht nur von Industrie und Handel lebt, sondern auch von einem intakten Vereinsleben, und dass hier leider überall Nachwuchssorgen plagen. Da ist es eine große Erleichterung , dass dem KSV ein großes Team an motivierten und engagierten Personen zur Verfügung steht. Wolfgang Haberstroh beantragte danach die Entlastung der Vorstandschaft, die einstimmig erteilt wurde.

Die Ehrung für langjährige Vereinstreue erging dieses Jahr elf Mitglieder. Zu Ehrenmitgliedern für vierzig Jahre Mitgliedschaft wurden Richard Fehrenbach, Ute Flaig, Werner Fleig, Bernhard Günter, Roland Hamburger, Heidrun Iantorno, Harald Nerke, Klaus Reiner und Fritz Wöhrle ernannt. Fünfundzwanzig Jahre dabei sind Jochen Bräuer und Ralf Bruker. Mit einem Geschenk würdigte der Verein Uwe Herrmann, der nach elf Jahren aus dem Festausschuss ausscheidet.

Die anstehenden Neuwahlen waren um Vorfeld gut vorbereitet und für alle Positionen standen Kandidaten bereit. So wurden im Rekordtempo und durchweg einstimmig die bisherigen Amtsträger Jürgen Götz (2. Vorstand), Hans-Ulrich Leusmann (2. Geschäftsführer), Frank Silberhorn (2. Kassier) und die Beisitzer Matteo Lehmann und Mathias Pfaff für zwei weitere Jahre bestätigt. Neu hinzu kamen Jürgen Silberhorn als weiterer Beisitzer und zur Verstärkung im Festausschuss Tanja Freckmann, Julia Meier und Petra Swientek.