Das lange Warten auf den geliebten Ringkampfsport geht für die Akteure auf den Matten und für die Fans am Samstag, den 4. September zu Ende. Die Wettkampfrunde 2021 ist startklar und nach dem Stand von drei Wochen davor sind unter Einhaltung der 3G-Regel Zuschauer ohne Begrenzung zugelassen.

Die neue Saison bringt für alle Mannschaften viel Ungewisses. Die letzte Runde liegt nun schon zwei Jahre zurück und auch Einzelmeisterschaften und Turniere sind nahezu komplett ausgefallen. Wie sind die Vereine durch die Pandemie gekommen, wie hat sich der Stamm einer jeden Mannschaft gehalten oder verändert?

Nach 20 Monaten Zwangspause möchten sich die Ringer des KSV Tennenbronn ihren Fans wieder zeigen

Das Gesicht des KSV Tennenbronn wird deutlich anders aussehen. Über einen so langen Zeitraum hat die eigene Jugend, auf die der Verein im Kern setzt, viele Gewichtsveränderungen erfahren. Junge, hoffnungsvolle Nachwuchsringer gehen manchmal auch neue Wege, was heißt, der KSV hat auch Abgänge zu verzeichnen: David Brenn als Leistungsträger hat sich nach vielen Anfragen und Angeboten für einen Start in der Bundesliga in Freiburg entschieden, wobei sein Platz in der Tennenbronner Regionalligamannschaft durch Timo Moosmann und Leon Schetterer wieder sehr gut gefüllt wird. Schmerzlicher ist der Wechsel von Thomas Eckhardt zum TuS Adelhausen, denn für seine Stellvertreter in den unteren Gewichtsklassen ist das Niveau der Ligen extrem hoch.

Die Team-Kapitäne in den mittleren Gewichtsklassen werden Fabian Reiner und Timo-Marcel Nagel bleiben. Die Brüder Matthias und Jonas Schondelmaier sind dort hineingewachsen und dazu kommen starke Ringer wie Matteo Lehmann, Eduard Jung, Robin Moosmann, Lukas Brenn und Julian Götz. Das Freistil-As Miroslav Geshev steht für die Kämpfe bis 98 und 130 kg bereit.

Daneben werden die Fans des KSV zwei neue Gesichter entdecken: Cristian Chira aus Rumänien und Marian Marinov aus Bulgarien sind griechisch-römisch-Ringer und werden abwechselnd diese Stilart in den oberen Gewichtsklassen besetzen. Cristian Chira stand schon für die ausgefallene Runde des Vorjahres auf der KSV-Liste. Er war 2019 rumänischer Juniorenmeister und ist Mitglied der dortigen U23-Nationalmannschaft. Auch Marian Marinov ist ein junger Athlet, war 2019 Balkan-Meister der Junioren und 2020 bulgarischer Vizemeister der Aktiven. Als "Oldie" kehrt zudem Bogdan Zaharia von Gutach-Bleibach zum KSV Tennenbronn zurück.

Mit Cristian Chira (links) und Marian Marinov (rechts) konnte der KSV zwei junge Schwergewichtler neu gewinnen. Für beide ist Tennenbronn die erste Station im Ausland und man darf auf ihren Einstand in der Regionalliga gespannt sein

Was ist das Ziel für die neue Saison? Durch die vielen Veränderungen ist diese Frage an KSV-Trainer Matthias Brenn schwer zu beantworten. "Von Platz drei bis zehn ist alles möglich", sagt er für sein Team in der  Regionalliga. Wobei ein Abstieg bedeuten würde, dass man von der zweithöchsten in die vierte Liga zurück müsste, da ab 2022 wieder eine 2. Bundesliga über die Regionalliga geschoben werden soll. Aufgrund ihrer Aussagen und Kaderplanung sieht Matthias Brenn die KG Baienfurt-Ravensburg, den ASV Ladenburg und die WKG Weitenau-Wieslet als ambitionierte Mannschaften für den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Dahinter werden sich neben Tennenbronn die Mannschaften von Aichhalden, Hausen-Zell, Hofstetten, Nieder-Liebersbach, Rheinfelden und Schriesheim um die restlichen vier „Mittelfeldplätze“ streiten. Keiner möchte gerne die letzten drei Tabellenplätze belegen.

Die zweite Mannschaft wird nach Ihrem Aufstieg in die SBRV-Verbandsliga gegen viele etablierte Vereine einen schweren Stand haben. Die Gegner sind Allensbach, Eschbach, Gottmadingen/Taisersdorf, Gresgen, 1885 Freiburg, Triberg, Urloffen II, Vörstetten und Wollmatingen. "Aber Bange machen gilt nicht. Jeder Kampf beginnt mit 0:0", sagt Matthias Brenn.

Nach der langen Zwangspause durch die Corona-Pandemie möchten die KSV-Mannschaften wieder leidenschaftliche Kämpfe bieten und freuen sich dabei natürlich auch auf eine Neuauflage der Lokal-Klassiker gegen Aichhalden in der Regionalliga und Triberg in der Verbandsliga.

Der Neuaufbau einer schlagkräftigen Schülerabteilung ist durch die Corona-Pandemie besonders stark beeinträchtigt worden. Nach vielen Jahren großer Erfolge stellt Tennenbronn nur noch eine Mannschaft in der ARGE-Bezirksjugendliga. Die KSV-Schüler haben ihre ersten Kämpfe dort allerdings erst am 9. Oktober. Ob bis dahin die altgewohnte "Elite-Liga" der Schülermannschaften, die Verbandsjugendliga Südbaden, zustande kommt, ist noch ungewiss, da andere Vereine mit den gleichen Nachwuchsproblemen zu kämpfen haben.

Die Übersicht aller Saisonkämpfe des KSV können Sie hier abrufen.