Zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt in der sommerlichen Urlaubszeit lud der KSV Tennenbronn seine Mitglieder zur Jahreshauptversammlung am Freitag, den 27. August ins Gasthaus Löwen ein. Rund 40 Personen waren dem Ruf gefolgt und entnahmen den Berichten, was sie eigentlich ohnehin schon wussten - dass sportlich im Corona-Jahr 2020 nichts lief. Nach einer Gedenkminute für die seit der letzten Generalversammlung verstorbenen Vereinsmitglieder Hans-Dieter Kösling, Josef Pfau, Walter Maier, Peter Hacker und Werner Lauble erinnerte der Vorsitzende Alexander Fichter daran, dass direkt am Montag nach der letzten Generalversammlung am 14. März 2020 der erste Corona-Lockdown begann. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht absehbar, wie intensiv und einschneidend die Pandemie das Vereinsleben einengen und bis heute beschränken wird. Langfristige Planungen sind immer noch schwierig, man hangelt sich von Verordnung zu Verordnung und passt sich der aktuellen Lage an.

Unisono waren die Berichte des Vorstandes und der Übungsleiter von der Klage über verpasste Chancen geprägt. 2020 fielen alle geplanten Turniere und Meisterschaften aus,  betroffen waren alle Altersklassen von den Aktiven bis zu den Schülern. Insbesondere die jüngeren Sportler, die im letzten Jahr in ihrer Altersklasse auf Medaillen bei Deutschen Meisterschaften hoffen durften, wurden davon arg getroffen.

Der Hoffnung auf einen möglichen Ligabetrieb im Herbst folgte bald die Ernüchterung. Die Mannschaftsrunde in der Regionalliga und auch eine alternative Lösung innerhalb des südbadischen Ringerverbandes kamen nicht zustande. Zuletzt blieben mit dem KSV Taisersdorf, der RG Lahr, dem ASV Urloffen II und dem KSV Tennenbronn vier Vereine übrig, die weiter an einer Durchführung von Mannschaftskämpfen festhielten und die „Südbadenliga“ organisierten. Durch den nächsten Lockdown im Oktober endeten auch diese Freundschaftskämpfe nach nur zwei Wochen. Die geplanten Schülerkämpfe fanden ebenfalls nicht statt, womit der Nachwuchs komplett um seine Wettkämpfe gebracht wurde.

Vorstandschaft, Trainer und Sportler bemühten sich indessen um die Ausarbeitung eines Hygienekonzepts für den Trainings- und Ligabetrieb. Das hat sehr viel Zeit und Ressourcen gebunden, fand aber beim Ordnungsamt höchsten Anklang und kann noch für die Mannschaftskämpfe 2021 in wesentlichen Teilen angewandt werden. Auch das Sportjahr 2021 startete im Lockdown und Kontaktsporttraining im Freizeit- und Amateursportbereich blieb verboten. Die Ringerhalle bewies in dieser Zeit wieder einmal ihren unschätzbaren Wert. Hier konnte mit dem Hygienekonzept und disziplinierter Hallenbelegung durchgängig Individualtraining realisiert werden. Zusätzlich wurde mit Online-Trainingsangeboten viele Möglichkeiten ausgeschöpft, um die Motivation hoch und das Team zusammen zu halten.

Währenddessen durften Spitzensportler ununterbrochen am Olympiastützpunkt Freiburg trainieren, wovon auch die dem Landes- und Bundeskader angehörenden KSV-Ringer profitierten. Die Regionalliga Baden-Württemberg ist dem Spitzensport zugeschlagen und somit konnte in Kleingruppen unabhängig von den Einschränkungen für Freizeit- und Amateursport in der  Ringerhalle trainiert werden. Auch hierfür wurde ein Hygienekonzept erstellt und der KSV war außer den drei Bundesligisten der erste Verein im Landesverband Südbaden, welcher eine Spitzensportfreigabe erhielt.

Seit Juli 2021 ist Kontaktsporttraining wieder in allen Bereichen möglich und auch die Schüler und Bambinis sind auf die Matten zurückgekehrt. Am außergewöhnlich hohen Besuch zeigte sich, wie sehr ihnen die Bewegung und die Kameradschaft in den Monaten zuvor gefehlt hat. Das bisherige Trainerteam wurde mit sechs jungen Sportlerinnen und Sportlern aus dem Aktivenbereich erweitert. Sina und Lucas Moosmann, Julian Götz, Matthias und Jonas Schondelmaier und Lukas Brenn übernehmen wichtige Verantwortung und eine Vorbildfunktion für den Nachwuchs.

Einen positiven Bericht konnte Kassier Werner Hilser der Versammlung präsentieren, obwohl der komplette Ligabetrieb 2020 mit seinen üblichen Einnahmen entfallen war. Der Verein hatte den Gürtel eng geschnallt, entscheidend für ein Kassenplus von gut 4.000 Euro war jedoch, dass die Sponsoren und die Stadt Schramberg dem Verein finanziell durch die Krise halfen. Der Vorsitzende bedankte sich dafür ausdrücklich.

Die Entlastung der Vorstandschaft übernahm Ortsvorsteher Manfred Moosmann und sie wurde einstimmig erteilt. Er freute sich darüber, dass die Vereinsstrukturen in Tennenbronn trotz Lockdown erhalten geblieben sind und sprach den Dank der Ortschaft an den KSV aus für die vielfältigen Bemühungen um Kinder, Jugendliche, sowie aktive und Freizeitsportler. Im Hinblick auf den Hallenneubau sei man im Zeitplan und wolle in Kürze einen Förderverein gründen. "Die alte (Halle) wird's nicht mehr lange machen", so der Ortsvorsteher.

Verschiedene Ehrungen standen nun an: Nach 30 Jahren verabschiedete sich Martina Stockburger als Leiterin einer Freizeitsportgruppe, die seit ihrer Gründung keine andere Frontfrau kannte. Eine Nachfolgerin wird noch gesucht und interimsweise leitet Angelika Nagel die Gruppe. Ab Anfang der 1980er Jahre war Winfried Haas Vereinskassier, seit 16 Jahren als Kassenprüfer tätig und nun möchte er endgültig den Ruhestand antreten. Für 40 Jahre Treue zum KSV wurden Siegfried Flaig, Roland Fleig, Frank Haas, Roland Heinzelmann, Sieglinde Hermann, Michael Moosmann, Werner Moosmann, Franz Pfaff, Horst Stockburger und Harald Werkmeister zu Ehrenmitgliedern ernannt. Die Urkunde für 25 Jahre Mitgliedschaft erhielten Karin Hilser, Waltraud Hilser, Christoph Laun, Stefan Moosmann, Holger Nagel und Frank Silberhorn.

Für die anstehenden standen für alle Positionen Kandidaten bereit. So wurden im Rekordtempo und durchweg einstimmig die bisherigen Amtsträger Alexander Fichter (1. Vorstand), Lars Nagel (1. Geschäftsführer), Werner Hilser (1. Kassier) und Alfred Moosmann (Kassenprüfer) für zwei weitere Jahre bestätigt. Neu hinzu kamen Martin Hilser als weiterer Kassenprüfer und zur Verstärkung im Festausschuss Dominik Pfeifer, Jonas Schondelmaier und Ivonne Vehapi.

Das alte und neue Führungstrio des KSV Tennenbronn. Von links Kassier Werner Hilser, Vorstand Alexander Fichter und Geschäftsführer Lars Nagel

Die neu gewählte Vereinsleitung schlug die Beibehaltung der bisherigen Vereinsbeiträge vor, wofür die Versammlung ohne Ausnahme zustimmte. Zum Abschluss gab der Vorsitzende einen Ausblick auf die anstehenden Mannschaftskämpfe und erläuterte das Hygienekonzept. Einschränkend sagte er, dass man von Kampf zu Kampf schauen müsse, derzeit sei keine Beschränkung der Zuschauermenge erforderlich, es gelte aber die 3G-Regel und Maskenpflicht. Im Sommer 2022 darf der KSV wieder die Bewirtung beim Sommersound VS übernehmen, der deutlich größer ausfallen soll wie heuer und die dreifache Helferzahl erfordert. Beim Förderverein für den Hallenneubau soll ein KSV-Mitglied außerhalb des Vorstandes vertreten sein, der noch gesucht wird.