Ringen / Oberliga Südbaden
KSK Furtwangen I - KSV Tennenbronn I     24 : 18

Furtwangen wurde aufgrund seiner mannschaftlichen Geschlossenheit als Favorit gehandelt und ging am Ende auch als Sieger von der Matte. Trotzdem hielt die Partie alles, was ein packendes Lokalderby ausmacht: Kampfgeist, Emotionen und auch Spannung für die rund 600 Zuschauer, denn Tennenbronn war keineswegs Kanonenfutter. Von mehreren ganz knappen Ergebnissen profitierten überwiegend die Furtwanger Ringer und das war letztlich entscheidend für den Gesamterfolg.

Ein Schlüsselkampf gleich zu Beginn endete besonders unbefriedigend für den KSV. Benjamin Nagel hatte in der Addition der Punkte gegen Sascha Weinauge klar die Nase vorn, aber nach dem Rundenverlauf war der Furtwanger mit 3 : 2 der Sieger. Nach knapp gewonnener erster Runde verlor der Tennenbronner die zweite mit dem Schlussgong durch die letzte Wertung. In der dritten dominierte er klar mit 1 : 6, die vierte ging mit 2 : 1 wieder knapp an den Furtwanger und in der letzten büsste Nagel erneut seine Führung kurz vor dem Schlussgong. Für eine positive Überraschung aus KSV-Sicht sorgte dagegen Mathias Pfaff gegen den starken Christian Kiefer. Er konnte mit einem Hüftschwung die zweite Runde für sich entscheiden und hielt in den anderen den Vorsprung des Favoriten stets in Grenzen. Adrian Stockburger und Marcel Wolber lieferten sich zu Beginn einen ausgeglichenen Kampf, den der Tennenbronner aber mit mehr Konsequenz zu seinen Gunsten lenkte. Zweimal holte er einen Rückstand auf und gewann mit 1 : 3 und 3 : 4 Punkten. In der dritten Runde drehte Stockburger mit 0 : 7 auf, aber der entscheidende eine Punkt mehr für den Überlegenheitssieg war nicht mehr zu machen. Auch Murat Sen war gegen den Favoriten Dominique Endres zwei Runden lang gut im Rennen und verlor nur mit 2 : 0 und 3 : 0. In der dritten Runde gelang Endres der Durchbruch und mit dem Schlussgong erzielte er den letzen Punkt zum Überlegenheitssieg für Furtwangen. Seine große Klasse bewies der Furtwanger Felix Pfaff eindrucksvoll gegen Luca Lehmann. Nur eine Runde lang konnte der Tennenbronn standhalten, dann dominierte Pfaff überlegen das Geschehen und hatte mit 15 : 0 Punkten in drei Runden den maximalen Erfolg. Der Halbzeitstand von 14 : 6 war schon ein beruhigendes Polster für Furtwangen und der neu in ihren Reihen stehende langjährige Bundesligaringer Teimuarz Beradze erhöhte mit einem Schultersieg in der dritten Runde gegen Thomas Steuck sogar auf 18 : 6. Die beiden ersten Runden waren mit 1 : 0 und 5 : 0 an den Beradze gefallen. Peter Lehmann hatte seine Mühe mit Georg Bach und musste sogar die erste Runde abgeben, nachdem ihm an Boden keine Wertung gelang. In den Folgerunden schaffte er sich Vorsprung durch technische Wertungen und am Ende bestrafte der Kampfrichter den Furtwanger mit der Disqualifikation für seine allzu passive Einstellung. Eine ganz enge Partie lieferten sich die Routiniers Alexander Fichter und Tobias Haaga. Mit 3 : 0 war die erste Runde die klarste für den Furtwanger, dann ging er jeweils nur noch mit 1 : 0 in Führung und verteidigte diesen Vorsprung. In der dritten Runde gelang Fichter der Ausgleich, ansonsten blieb Haaga Sieger und stellte den Gesamterfolg für die Gastgeber sicher. Timo-Marcel Nagel verbesserte die Tennenbronner Bilanz mit einem Überlegenheitssieg gegen Christian Haaga, obwohl er die erste Runde verpatzte und abgeben musste. Eine letzte positive Überraschung für die Gäste war der Erfolg von Albert Qorray gegen Timo Niedermaier.  Der Neu-Tennenbronner gewann die erste Runde mit 1 : 3 Punkten, ehe der Favorit mit 3 : 0 und 2 : 0 seine Erfolge erzielte. Danach brach er jedoch konditionell ein und Qorraj mit 0 : 1 und 1 : 5 noch zu seinen Gunsten. Die Übersicht, Furtwangen zuerst genannt:

55 F    Sascha Weinauge – Benjamin Nagel 3 : 2  (PS 5 : 10)
60 G    Marcel Wolber – Adrian Stockburger 0 : 3 (PS 4 : 14)
66 F    Felix Pfaff – Luca Lehmann 4 : 0 (PS 15 : 0)
66 G    Georg Bach – Peter Lehmann 0 : 4 (Disq.)
74 F    Christian Haaga – Timo-Marcel Nagel 1 : 4 (PS 2 : 17)
74 G    Timo Niedermaier – Albert Qorraj 2 : 3 (PS 7 : 9)
84 F    Tobias Haaga – Alexander Fichter 3 : 1 (PS 6 : 1)
84 G    Teimuarz Beradze – Thomas Steuck 4 : 0 (SS)
96 F    Dominique Endres – Murat Sen 4 : 0 (PS 11 : 0)
120 G    Christian Kiefer - Mathias Pfaff 3 : 1 (PS 8 : 3)

Adrian Stockburger (Archivbild) zählte in Furtwangen zu den stärksten Kräften des KSV Tennenbronn.
Stimmen zum Kampf:

Matthias Brenn, Trainer des KSV Tennenbronn
Furtwangen hat gewonnen, aber wir haben selbst dazu beigetragen. Wir haben mehrfach kleine Chancen nicht genutzt und dem Gegner unnötige Punkte überlassen. Bei optimalem Verlauf hätten wir sogar Sieger werden können.

Alexander Fichter, Ringer bis 84 kg Freistil

Unsere Einstellung hat gepasst, wir brauchen uns nicht verstecken. Furtwangen zählt für mich zu den stärksten Mannschaften der Oberliga und andere müssen uns erst einmal schlagen. Wenn wir unsere Chancen konsequenter nutzen und in bester Besetzung antreten, können wir noch etliche Siege einfahren.

Albert Qorraj, Ringer bis  74 kg Griech.-röm.
Ich habe mir einen Sieg gegen Timo Niedermaier zugetraut, obwohl er der Favorit war. Ich kenne ihn vom Training in Furtwangen und weiß, was er macht. Ich bin froh, dass sich mein Ziel wahr machen konnte.